Graffiti Projekt „ARTgerecht – gesprühte Kunst für den Kölner Zoo“ wird positiv bewertet

Graffiti Projekt „ARTgerecht – gesprühte Kunst für den Kölner Zoo“ wird positiv bewertet

Das Projekt „ARTgerecht – gesprühte Kunst für den Kölner Zoo“ wurde in Kooperation mit dem Graffiti-und Jugendkunstprojekt MittwochsMaler/ SKM Köln e.V. durchgeführt und im Rahmen eines Seminars von Prof. Dr. Werner Schönig von Studierenden der Katholischen Hochschule (KatHO) NRW, Abteilung Köln im Studiengang Soziale Arbeit evaluiert.

Thema dieser Untersuchung ist die sozialräumliche Bewertung der Mauergestaltung. Sie ist im öffentlichen Raum weit sichtbar am Straßenrand angebracht und reizt daher viele Bürger zur Stellungnahme. Entsprechend groß war daher die Antwortbereitschaft. In 223 Interviews haben die Studierenden im April und Mai 2011 drei Personengruppen befragt: Passanten (87), Anwohner der Zoomauer (40) und Teilnehmer/innen einer offenen Facebook-Gruppe im Internet (96). Der Fragebogen für die Facebook-Gruppe konnte auf dem eigens von den Studenten erstellten Internetblog „ArtgerechteAnsichten“ bearbeitet werden. Die Antworten lassen sich in einigen Hauptaussagen zusammenfassen:

 

1.)   Zunächst interessierte der Bekanntheitsgrad des Projektes und die grundsätzliche Bewerbung bei den einzelnen Personengruppen. Hier zeigte sich, dass trotz der hohen Medienpräsenz die Mehrheit der Befragten Passanten und Facebooknutzer die Zoomauer nicht kannte, jedoch war jedem befragten Anwohner die neu gestaltete Zoomauer bekannt. Diejenigen, welche die Neugestaltung der Zoomauer aus eigener Anschauung oder den Medien kannten, bewerteten Sie durchweg positiv.

2.)   Die Gründe für die positive Bewertung der neu gestalteten Zoomauer liegen zum einen in der unbestreitbaren Verbesserung der schäbigen Ursprungssituation, darüber hinaus auch in den ausgewählten Motiven: Figuren und Landschaften wurden per se positiver bewertet als die Darstellung von Namenskürzeln, gleichzeitig wurden gesprayte Motive positiver bewertet als jene, die mit Pinsel und Farbe gemalt wurden.

3.)   Der Zustand der neu gestalteten Zoomauer in einem Jahr wurde von den Befragten sehr unterschiedlich, jedoch mehrheitlich kritisch gesehen. 101 erwarteten, dass die Mauer in einem Jahr übermalt sein wird, 80 hingegen ihre Unversehrtheit. Erklärbar ist dies dadurch, dass die Perfektion der Mauergestaltung ihren Preis in einer nur sehr indirekten Beteiligung der Anwohner (Kommunalpolitiker in der Jury) und einer bundesweiten Auswahl der besten Künstler und Motive hat. Der Kölner Bezug wurde zum Teil zwar durch die im  Vorfeld schon gesetzten Kölner Graffiti- und Streetart Künstler gewährleistet. Unter den Teilnehmern des Wettbewerbs war jedoch kein Sprayer aus der Kölner Graffitiszene zu finden.

4.)   Die oben festgestellten Erwartungsunterschiede zur Übermalung der Zoomauer finden sich auch im Bild, das die Befragten vom typischen Sprayer haben. So gibt es den ‚typischen Sprayer‘ nur in den Augen derjenigen Befragten, welche die Sprayerszene nicht näher kennen. Nur aus der Distanz ist also das Bild eines typischen Sprayers/Sprayerin aufrecht zu halten.

5.)   Wird der Blick auf die Sprayer differenzierter, so ergeben sich bei den Befragten auch differenzierte Handlungsempfehlungen. Generell wird bei den kommunalen Handlungsstrategien gegenüber Graffiti und den Handlungsansätzen der Sozialen Arbeit sehr differenziert argumentiert. Die meisten Befragten legen Wert darauf, dass Graffiti dann Kunst sein kann und akzeptiert wird, wenn sie sich deutlich vom Vandalismus absetzt. Hierfür ist die Neugestaltung der Zoomauer ein prototypisches Beispiel, das insofern auf die Bewertung als potentielle Kunstform auszustrahlen scheint. Je positiver die Befragten Graffiti bewerten, desto eher sprechen sie sich für Toleranz und Förderung aus. Die Befragten votieren für harte Strafen bei illegalen Sprühaktionen, gleichzeitig jedoch für die Förderung ähnlicher Projekte und auch die Bereitstellung legaler Spraymöglichkeiten wie Sprühflächen, ‚Hall of fames‘, an denen frei und ohne Themenvorgabe gesprüht werden kann.

 

Prof. Dr. Werner Schönig (Katho Köln) (w.schoenig@katho-nrw.de)

Dipl.-Soz.-Päd. Maurice Kusber (SKM Köln) (mittwochsmaler@skm-koeln.de)

 

24.11.2011

Weitere Informationen im Internet

 

–       Umfrageblog:               https://artgerechteansichten.wordpress.com

–       Wettbewerbsblog:      http://zoo-artgerecht.blogspot.com/

 

 

 

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Vielen Dank!!

An dieser Stelle erstmal ein dickes „DANKESCHÖN“ für die rege Teilnahme an unserer online Befragung. Unser Blog wurde 1325 x  angeklickt !

Die Ergebnisse der online Befragung werden zur Zeit von uns ausgewertet und in die Gesamtauswertung eingetragen. Die komplette Auswertung aller befragten Gruppen werden wir hier im Juni online stellen.

Das ArtgerechteAnsichten Team

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Warum das Ganze?

Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele von EUCH mitmachen, indem ihr 10 Minuten Zeit findet den Fragebogen zu beantworten. Diesen findet ihr in dem Bereich : „Befragung-Sag uns DEINE Meinung!
Außerdem würden wir uns wirklich freuen, wenn ihr den Link fleißig unter euren Freunden verteilt.
Natürlich werden eure Angaben vertraulich behandelt – Persönliche Daten werden NICHT erfragt.

Nun fragt ihr euch bestimmt: Warum das Ganze?
Unser Ziel ist es die Öffentlichkeit auf das Projekt der Zoowandgestaltung aufmerksam zu machen. Wir hoffen, dass sich so Möglichkeiten für EURE Szene eröffnen, um noch mehr solche legale und öffentliche Plätze künstlerisch zu gestalten. Zudem wollen wir die Augen der Menschen öffnen und ihnen die positiven Seiten des Graffiti zugänglich machen.

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Artgerecht – Graffiti als Aushängeschild des Kölner Zoos

Ab dem 1. April ist es soweit: die Mauer des Kölner Zoos wird neu gestaltet. Das ganze wird von der KatHO NRW wissenschaftlich begleitet. Eine professionelle Gestaltung garantieren 15 Künstler, die in einem Wettbewerb ihr Können bewiesen haben – vier Kölner Graffitikünsteler werden sie dabei unterstützen.

Die Katholische Hochschule begleitet das Projekt im Rahmen eines Seminars, wobei sie die sozialräumliche Bewertung der Mauergestaltung erfassen will. Es soll ein möglichst breites Meinungsbild eingeholt werden.

…und hier seid IHR gefragt!!!

Ab 1. April kann man das entstehende Kunstwerk bewundern und am 14. April gilt es den besten Künstlern die Daumen zu drücken, denn sie werden dann von einer Jury gekürt und prämiert.

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